Geschichte des Marktes

Markt im Mittelalter Buchtipp: Margit Ramus - Wie alles begann

Der Markt war das Herz der Stadt. Zunächst fanden sich die wandernden Kaufleute nur ein- oder zweimal im Jahr ein, um ihre Waren auszulegen.

Da der Verkauf erst nach dem Gottesdienst, der Messe, beginnen durfte, erhielten die regelmäßig stattfindenden Märkte auch die Bezeichnung Messe. Diese Messen wurden vom Kaiser durch ein Privileg, d. h. Sonderrecht, geschützt. Die Kaufleute mussten ihm dafür Abgaben bezahlen. Die „Frankfurter Messe“ und die „Leipziger Messe“ gehen z. B. auf mittelalterliche Messen zurück.

Um einen reibungslosen Ablauf des Marktgeschäftes zu gewährleisten, musste eine feste Ordnung aufrechterhalten werden. Sobald der Markttag begann, wurde deshalb ein Kreuz aufgestellt, an dem eine rote Fahne, ein Schwert, ein Hut oder ein Handschuh aufgehängt wurden. Das waren Sinnbilder des Königs, die seine Gegenwart bedeuteten. Wo aber der König anwesend war, herrschte erhöhter Friede, „Burgfriede“. Wer ihn störte, wurde bestraft, als hätte er sich gegen den König selbst vergangen. Anfangs galt der Marktfriede nur solange, wie der Markt dauerte, und nur auf dem Marktplatz.

Bald wurde er aber von dort auf die ganze Stadt und von den einzelnen Markttagen auf das ganze Jahr ausgedehnt. Marktrecht wurde Stadtrecht. An Stelle des Kreuzes errichteten manche Städte, besonders in Norddeutschland, steinerne Bildsäulen, die ernst und gewichtig mit Schild und Schwert oder mit einer Waage vor dem Rathaus standen. Das Volk nannte sie „Roland“. Solche Rolandssäulen waren also das Zeichen des Markt- und Stadtrechts, dem alle, die in der Stadt weilten, unterworfen waren.

Das Recht, einen Markt zu gründen, hatte ursprünglich nur der König, aber er verlieh es auch geistlichen und weltlichen Herren, Bischöfen, Äbten, Herzögen und Grafen. So war denn anfangs jede Stadt Eigentum eines Stadtherrn und demnach königlich, bischöflich oder fürstlich. Der Stadtherr setzte meist einen Burggrafen oder Vogt ein, der die Steuern erhob, Gericht hielt und für Ordnung und Sicherheit sorgte.

Seit etwa 1100 strebten die Städte danach, sich selbst zu verwalten. Die Rechte, die bisher der Stadtherr durch den Vogt wahrgenommen hatte, gingen jetzt an den Rat der Stadt über...

Aus: Diesterweg, Grundzüge der Geschichte

Buchtipp: Das Schaustellerbuch von Margit Ramus

Der Jahrmarkt nahm im Mittelalter eine besondere Stellung in der Stadt ein.
Traditionell fielen die meisten Jahrmärkte mit der Feier des heiligen Schutzpatrons zusammen. Hohe Kirchen- und Heiligenfeste waren willkommene Unterbrechungen des Alltags.
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Der Alteburger Markt in Idstein: Einer der ältesten Märkte Deutschlands. [mehr]